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  • Autorenbilddoris7kessel9

#30: Tatütata

Aktualisiert: vor 6 Tagen

- November 2018 -


Atmen Doris, atmen. Denn im Grunde wurde ich wieder gut betreut. Der Flughafen-Azubi brachte mich im perfekten Rolli mit Beinlift direkt zu meinem Koffer und anschließend zu den netten Herren, die den Krankenwagen abwechselnd fuhren. Und da stand sie auch schon am Ausgang des Flughafens: Meine neue Liegemöglichkeit. Juchuuh!


Die konnte man sogar hoch- und runterfahren und ich wurde liegend bis zum Krankenwagen transportiert.


Brrr, war das außen kalt.


Ja, einem Teil war es wieder peinlich, vor allem die Blicke der anderen Menschen. Der andere Teil war einfach zu erschöpft und wollte nur noch schlafen.


Doch Schlafen war weit gefehlt und das Bettchen war halt kein weiches Bettchen, sondern eine eher harte Schalenliege. Heul.


Da half nur eines. Sieben Stunden Dauer-OM als Musikklänge direkt in mein Ohr und in alle meine Zellen, um meinem Körper was Gutes zu tun. Positiv Denken war ausverkauft. Und die Schmerzmittel schlugen auch nicht mehr wirklich an.


Die beiden bemühten sich wirklich sehr, es mir so angenehm wie möglich zu machen, doch jedes Bremsen und Gasgeben war wie ein Schmerzschub und dann standen wir auch noch im Stau.


Da fragt man sich dann schon, für was das nun gut sein soll?


Angekommen spät am Abend im Krankenhaus wollte ich nur noch ins Bett. Aber zu erst kam das Aufnahmegespräch mit der Ärztin und ein neuer Verband um mein Knie. Was hätte ich in diesem Moment für eine Dusche gegeben.


So musste der Krankenhauswaschlappen und Katzenwäsche im Bett reichen. Und nein, es war mir gar nicht peinlich, dass die Krankenschwester meinen Koffer nach frischer Unterwäsche durchwühlen musste, weil ich selbst nicht mehr dazu in der Lage war.


Da lag ich nun. Im Krankenhaus in Deutschland. Und eigentlich hätte ich froh und glücklich sein müssen. Aber ich war es nicht. Ich war unendlich traurig und sehnte mich zurück nach Kaua'i.

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